Ein Gastspiel des White Horse Theatre gehört inzwischen längst zum festen Bestandteil des Loburger Kulturprogramms. Dafür gibt es viele gute Gründe, wie sich auch in dieser Woche wieder eindrücklich gezeigt hat, als am Dienstag, den 17. März, ein vierköpfiges Ensemble, bestehend aus Daniel Camou, Francis Quinn, Adrianna Pamiak und Hannah Lepper, drei verschiedene Theaterstücke in englischer Sprache innerhalb eines Schultages auf die Bühne der Aula brachte. Dabei gelang es ihnen, mit großer Spielfreude und beachtlichem Körpereinsatz ihr jeweiliges Publikum in den Bann zu ziehen, ohne auf allzu aufwendige Bühnenbilder und Requisiten zurückzugreifen. Entsprechend vielfältig fiel auch in diesem Schuljahr die Stückauswahl aus. Während mit Sticks and Stones in der dritten und vierten Stunde für die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 8 bis 10 zunächst ein ernstes Drama auf dem Programm stand, das am Beispiel von zwei Figuren namens Ruth und Tony die fatalen Mechanismen von Mobbingprozessen vor Augen führt, ging es bei der anschließenden Aufführung von Tiger of the Seas betont heiter, ja geradezu albern auf der Bühne zu, als die Schauspielerinnen und Schauspieler sichtlich Freude daran hatten, in der Rolle von Piraten und ihren Gegenspielern das Publikum, die Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 bis 7, zum Mitspielen zu animieren und in das Geschehen einzubeziehen.
Eine wiederum vollkommen andere Geschichte bildete den Abschluss dieses langen, für das Ensemble außerordentlich fordernden Theatertages: The Great Gatsby. Dieser Klassiker der modernen amerikanischen Erzählliteratur, 1925 erstmals veröffentlicht und von Peter Griffith für die Bühne bearbeitet, handelt von den verzweifelten Bemühungen eines geheimnisumwitterten Millionärs, dessen Jugendliebe Daisy Buchanan zurückzugewinnen. So wie Jay Gatsby am Ende, ungeachtet seines Reichtums und seiner illustren, allseits beliebten Partys, tragisch scheitert, so lässt sich die nach ihm benannte Geschichte insgesamt als zutiefst bewegender Abgesang auf den amerikanischen Traum deuten. Die komplexe Handlung des von F. Scott Fitzgerald verfassten Romans in knapp 90 Minuten auf die Bühne zu bringen, stellt eine dramaturgische und schauspielerische Herausforderung dar. Diese vermochte das Ensemble souverän zu meistern, auch wenn es aufgrund mancher Doppelrollen nicht immer einfach war, der Handlung zu folgen. Inzwischen ist die Bühne leergeräumt, das Ensemble ist wieder unterwegs, um an anderen Schulen in ganz NRW und weit darüber hinaus zu spielen. Für die Loburg bleibt nach diesem Gastspiel festzuhalten: See you next year, White Horse Theatre!