Wer dieses Werk schon einmal gehört hat, von dem es zahlreiche großartige Einspielungen gibt (von Glenn Gould etwa oder in jüngerer Zeit von Víkingur Ólafsson), wird es wohl nicht mehr vergessen: die „Goldberg-Variationen“, ein Spätwerk von Johann Sebastin Bach, formstreng, technisch enorm anspruchsvoll und ausdrucksstark zugleich, und ein, vielleicht sogar: der Höhepunkt barocker Variationskunst, bestehend aus einem wunderbaren Thema, „Aria“ überschrieben, und insgesamt 30 Variationen. Am Sonntag, den 19. April, gibt es nun Gelegenheit dazu, dieses ursprünglich für Cembalo komponierte Werk im Rahmen der Loburger Schlosskonzerte auf dem Flügel im Rittersaal zu hören. Dass es sich lohnt, dieses vom Kulturforum veranstaltete Konzert zu besuchen, liegt aber keineswegs nur an der Komposition selbst, sondern auch und gerade an der Pianistin Fatjona Maliqi, die sie interpretiert.
Maliqi, die aus dem Kosovo stammt und bereits als Jugendliche zahlreiche Preise gewann, ist gegenwärtig Studierende aus der Klavierklasse von Heribert Koch, der selbst schon einmal im Rittersaal der Loburg mit einem Klavierprogramm zu Gast war, und Preisträgerin des Münster STELLA Award Klassik, der im vergangenen Jahr erstmals verliehen worden ist. Ihrer Vorliebe für ungewöhnlich anspruchsvolle Programme entsprechend, hat sich Maliqi bereits sowohl als Solistin in Klavierkonzerten von Beethoven, Chopin, Grieg, Clara Schumann, Rachmaninov und Shostakovich wie auch als Kammermusikerin international profiliert. Besondere Anerkennung erwarb sie sich mit ihren Interpretationen von zwei monumentalen Variationszyklen, namentlich von Beethovens „Diabelli-Variationen“ und zuletzt eben Bachs „Goldberg-Variationen“, für deren Darbietung Maliqi den oben genannten Preis im Erbdrostenhof Münster unter großem Jubel erhielt. Was ihr pianistisches Können, insbesondere ihr Bachspiel betrifft, fällt das Urteil in der internationalen Fachpresse durchweg enthusiastisch aus. So ist von der „Eindringlichkeit und Finesse“ (Piano News) ihres Klavierspiels die Rede, ein Rezensent des „Bonner Generalanzeiger“ schreibt, dass Maliqi Bach spiele, „als wäre alles ganz einfach“, und nach ihrem Asien-Debüt im Generalkonsulat in Karachi (Pakistan) ist der Pianistin in der landesweit rezipierten Presse „[a] delightful combination of heart and mind“ attestiert worden.
Karten für dieses Konzert, das wie gewohnt um 17 Uhr beginnt, können an den üblichen Vorverkaufsstellen in Ostbevern (Buchhandlung Bever, Löwenzahn) erworben oder telefonisch im Sekretariat der Loburg reserviert werden. Der Preis für eine Karte im Vorverkauf beträgt 15 Euro, an der Abendkasse 20 Euro.
Dr. Michael Bähr