Lernen kann man lernen

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Lernen kann man lernen, man muss nur wissen wie. Auf Einladung der Elternpflegschaft hat am Donnerstag, 01.06.2017 Herr Schlau ca.110 Eltern Einblicke in die Geheimnisse des Lernen lernens gegeben.

 

Klang die Vorankündigung des Vortrags recht wissenschaftlich nüchtern, so vermochte der Referent des gemeinnützigen Vereins "LVB Lernen" aus Berlin in unterhaltsamer Weise den anwesenden Eltern die Zusammenhänge von Lerntechniken, Lerntypen, Motivation und Kommunikation zu verdeutlichen.

Gerade in der Pubertät habe man als Eltern oft den Eindruck, dass man sich mit den Kindern in einem ständigen Kampf befinde, womit er auf entwicklungsbedingte Lernschwierigkeiten anspielte, denen man aber durch Lernstrategien und Wissen um Lerntypen begegnen könne.

 

Als wissenschaftliche Grundlage für diese Lernstrategien erläuterte Herr Schlau zunächst anschaulich die Funktionsweisen des Gehirns, dessen Größe und das Zusammenspiel der Hirnhälften. "Sie müssen sich das Gedächtnis wie eine Lagerhalle vorstellen", erklärte Schlau. Alles, was man lernt, sei dort gelagert und das Problem sei, dass man nur dann Wissen abrufen könne, wenn man wisse, wo die einzelnen Elemente abgelegt seien. Um langfristig erfolgreich zu lernen, sei es fundamental wichtig, systematisch vorzugehen, sich die Ablageorte immer wieder zu vergegenwärtigen. Insofern sei Wiederholen weniger anstrengend und zeitaufwändig, weil man nicht - wie beim Lernen - neues Wissen systematisieren und einlagern müsse.

 

    

 

    

 

Für die effiziente Einlagerung neuen Wissens hatte der Referent verschiedene wertvolle Lerntipps parat, die er am Beispiel des Memorierens von Flussnamen verdeutlichte: "Strukturieren Sie den Stoff, machen Sie sich klar, dass es Haupt- und Nebenflüsse gibt - bilden sie Lernpäckchen." Auch den guten alten Merksatz empfahl Schlau, genauso wie kreative Methoden: "Sie können auch zu den Flüssen eine Geschichte erfinden, um sie sich besser einzuprägen."

 

Aus lerntechnischer Sicht ist sogar ein Spickzettel positiv zu bewerten, denn um auf möglichst wenig Platz, möglichst viel Stoff zu vermerken, geht der Schüler intuitiv strukturiert vor, weil er die Dinge so besser behalten, bzw. abrufen kann.

 

Da jeder Schüler anders lernt, vermittelte seine abschließende Vorstellung und Erläuterung der vier Lerntypen (emotional, logisch-abstrakt, sicherheitsliebend oder kreativ-chaotisch) manchen Eltern ein neues Verständnis für die Arbeitsweise ihres Kindes, denn bei unterschiedlicher Herangehensweise an das Lernen, bildet sich auch eine unterschiedliche Herangehensweise an den Stoff und verschiedene Arten, mit ihm umzugehen, ab. Insofern war das Fazit des Referenten für alle nachvollziehbar und logisch: Der häufig zu hörende Satz von Schülern "Latein, Mathe oder Englisch ist nicht mein Fach", sollte man als Eltern nicht so stehen lassen, denn der Lernerfolg basiert nicht auf dem Gegenstand, also dem Was, sondern auf dem Wie.

 

Anja Stiglic

 

Fotos: Matthias Hellmons

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