Lateinisch

 

 

Die Fachschaft Latein im Schuljahr 2017/18

 

 

Warum lohnt es sich, Latein zu lernen?

 

„Englisch benötige ich im Zeitalter der Globalisierung in vielen Berufen. Wenn ich regelmäßig in Frankreich Urlaub mache, ist es selbstverständlich sinnvoll, Französisch verstehen und sprechen zu können. Aber warum soll ich Latein lernen, eine so genannte „tote Sprache"? Diese Sprache wird doch gar nicht mehr gesprochen!"

 

Im Folgenden sollen einige Punkte genannt werden, die es durchaus sinnvoll erscheinen lassen, auch heute noch Latein an der Schule zu lernen:

 

 

1. Grundlage aller romanischen Sprachen

(z. B.: Italienisch, Spanisch, Französisch, Portugiesisch)

 

  Lateinisch

Italienisch

Spanisch

Französisch

Deutsch

  ala

ala

ala

aile

Flügel

  amare

amare

amar

anime

lieben

  amicus

amico

amigo

ami

Freund

  annus

anno

ano

an

Jahr

  bestia

bestia

besta

bête

Tier

  bonus

buono

bueno

bon

gut

  cantare

cantare

cantar

chanter

singen

 

Außerdem: Vorteile für den Englischunterricht, da viele englische Wörter aus dem Lateinischen abzuleiten sind; deshalb wird unter den lateinischen Vokabeln oft auf das Englische verwiesen, z. B.:

populus (Volk, Volksmenge)   - people

intrat (er, sie, es tritt ein, betritt) - to enter

quaerit (u. a.: er, sie, es fragt) - question

 

 

2. „Muttersprache Europas"

  

  • Latein war die Sprache der Antike, des Mittelalters, der katholischen Kirche, der Wissenschaften der Neuzeit bis ins 19. Jahrhundert.
  • Durch Latein lernen wir die gemeinsamen Wurzeln des europäischen Denkens kennen; wir versuchen aus der Vergangenheit heraus die Gegenwart verständlich(er) zu machen.
  • Konkret: Latein begegnet uns noch in unserer Umgebung, und zwar nicht nur in Kalkriese, Haltern oder Xanten. Z.B.

       - an vielen Hauseingängen: a. D. = anno Domini (im Jahre des Herrn)

       - auf dem Friedhof: R. I. P. = requiescat in pace! (er möge ruhen

         in Frieden)

       - am Loburger Schloss: DEUS ADIUTOR ET PROTECTOR MEUS

         (Gott, mein Helfer und Beschützer)

 

 

3. Vorteile für den Deutschunterricht und für anderen Fremdsprachenunterricht

  

  • Vergleich mit deutscher Grammatik
  • Besseres Verständnis für grammatische Strukturen
  • Bemühen um gute Formulierungen beim Übersetzen
  • Erweiterung des muttersprachlichen Wortschatzes
  • Dadurch insgesamt: Verbesserung der Ausdrucksfähigkeit
  • Einüben in konzentriertes und genaues Arbeiten (auch für andere Fächer hilfreich)

 

 

 

4. Schlüssel zum Verständnis von Fremdwörtern

 

Die folgenden Fremdwörter lassen sich z. B. alle aus Vokabeln ableiten, die bereits in den ersten vier Lektionen unseres Lehrbuchs eingeführt werden (und diese Liste könnte noch deutlich verlängert werden ...):

 

Statue - dominant - dominieren - Service - servieren - salutieren - Judikative  populär - Disputation - Video - deponieren - Depot - Petition

(Vokabeln: statua; dominus/domina; servus/serva; salutare; iudicare; populus; disputare; videre; deponere; petere)

 

 

5. Latinum

 

Für viele geisteswissenschaftliche Studienfächer, aber auch für viele Fremdsprachen sind das Latinum oder Lateinkenntnisse vorgeschrieben. Eine Übersicht über die Fächer und Studiengänge zu geben, die das Latinum verlangen, ist schwierig, zumal an den Universitäten z. T. noch die Umstellung auf Bachelor- bzw. Master- Studiengänge läuft. Nicht erforderlich ist das Latinum aber z. B. für ein Studium der Human- und Veterinärmedizin. Hinweise über Studiengänge, die das Latinum voraussetzen, erhält man z. B. unter www.altphilologenverband.de und sicherlich auch an den einzelnen Universitäten.

 

Wer das Latinum benötigt und dieses nicht an der Schule erworben hat, kann es in einer „staatlichen Ergänzungsprüfung zum Abitur" nachträglich erwerben. Die geforderten Prüfungsleistungen sind aber im Vergleich zum Schulniveau anspruchsvoller und sicherlich auch arbeitsaufwändig.

 

Da das Latinum gleichwohl sicherlich nicht alle Schüler/innen benötigen, kann und darf das Latinum nicht das einzige Argument für die Wahl des Faches sein ... - Das sollten die ersten vier Punkte deutlich machen!

 

 

Wie wird an der Loburg Latein unterrichtet? - Einige Hinweise

  

  • ca. 3 ½ Jahre Lehrbuch („Felix neu", aus dem C.C.Buchners Verlag )
  • (U. a.) folgende Inhalte kommen im Lehrbuch zur Sprache:

       - das Leben im alten Rom

       - die Situation der Sklaven sowie der Bauern in römischer Zeit

       - der Untergang Pompejis

       - der Untergang Trojas und die Gründung Roms

       - Griechische Mythen, z. B. Europa; Dädalus und Ikarus; Odysseus;

         Orpheus und Eurydike

       - Leben in der Provinz

       - Cäsar und Augustus sowie die Zeit der Kaiser

       - Die Helden der Frühzeit Roms

       - Hannibal

       - Untergang und Neuanfang - die Zeit bis zu Karl dem Großen

       - Erziehung und Bildung - damals und heute

   

  • danach 1 ½ Jahre Lektüre (z. Z.: Cäsar, de bello Gallico; Phaedrus, Fabeln; Ovid, Metamorphosen; Sallust, De coniuratione Catilinae)
  • Methode: Lesen und Übersetzen lateinischer Texte, zugleich: Sprechen über Grammatik und Inhalte; dabei wird immer wieder auch ein Bezug zu unserer Gegenwart hergestellt!
  • Wichtig: regelmäßiges, konzentriertes, genaues Arbeiten (das gilt aber wahrscheinlich für fast alle Fächer)
  • Bei einer ausreichenden Zahl interessierter Schüler/innen wird auch in der Q1 bzw. Q2 ein Lateinkurs eingerichtet; die Themenauswahl orientiert sich hier an den Pflichtthemen für das Zentralabitur (Autoren z. Z.: Seneca, Ovid, Cicero, Livius).

 

 

Gibt es Hinweise, welche Schüler/innen für Latein besonders „geeignet" sind?

 

Wohl nicht, aber: diejenigen, die Schwierigkeiten damit haben, sich in einer Fremdsprache (Englisch) auszudrücken, haben im Fach Latein eventuell den Vorteil, dass Lateinisch nicht gesprochen wird.

 

 

 

Wo gibt es weitere Informationen zur Frage „Warum Latein?"

   

  • Im Internet muss man nur die Frage „Warum Latein?" eingeben ...
  • Eine ausführliche Darstellung: Karl-Wilhelm Weeber, Mit dem Latein am Ende? Tradition mit Perspektiven, Göttingen (Vandenhoeck & Ruprecht) 1998

 

 

„Warum Latein?" - Ein Zitat aus der Tagespresse

 

Abschließend ein Zitat aus den Westfälischen Nachrichten vom 25.06.2007. Hier wurde unter dem Titel „Latein ist nicht tot. Sprache Cäsars und Ciceros erlebt ein Comeback an den Schulen" darauf hingewiesen, dass sich das Fach an den Schulen durchaus wachsender Beliebtheit erfreut. Wiedergegeben wurden u. a. Äußerungen des Vorsitzenden des Deutschen Altphilologenverbandes, Prof. Stefan Kipf, sowie der stellvertretenden Leiterin des Albertus-Magnus-Gymnasiums in Rottweil. Am Ende des Artikels heißt es:

 

„Das Nebeneinander von alten und neuen Sprachen ist den Experten zufolge besonders „bildungswirksam". ‚Latein kann man betrachten als Modell von Sprache', erläutert Prof. Kipf. Im Lateinunterricht lerne ein Schüler daher nicht nur wichtige grammatische Begriffe,sondern beim Übersetzen auch Genauigkeit. Die Kompetenzen für andere Sprachen würden auf diese Weise vorbereitet, sagt Dörr.

Doch Latein hilft nicht nur bei Sprachen. Bezüge zu Geschichte, Religion, Philosophie und auch den Naturwissenschaften weckten das Interesse der Schüler, sagt Ulrike Dörr. ‚Auch wird ein Zugang zu den Traditionen unserer modernen Welt geschaffen.' Falls Eltern sich fragen, welche Sprache für ihr Kind geeignet ist, sollten sie sich laut Kipf vor Augen halten, dass Latein sich am besten an der Schule lernen lasse. Moderne Sprachen seien auch später noch leicht lernbar."

 

 

 

 

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