Immer noch gegenwärtig ...

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Nicht mehr viele an der Loburg werden Theo Schäfer noch gekannt haben, obschon sein Wirken überall im Loburger Raum sichtbar geblieben ist - im Schloss, im Schulgebäude, im Schlossgelände. Ohne Zweifel hat Theo Schäfer in seiner Zeit als Kunsterzieher an der Loburg von 1961 bis 1992 und darüber hinaus Schule und Internat erheblich mitgeprägt. Auch wenn er sich in den letzten Jahren rar machte, blieb er der Loburg bis zum Tod verbunden und blieb für viele Loburger Freund und Berater mit stets offenem Haus und großer Gastfreundlichkeit. Viele Loburger Schüler haben entscheidende Impulse von Theo für ein Kunst-, Architektur- oder Designstudium erhalten, ncht zuletzt an seiner 1980 gegründeten Kunstschule - das Erstellen einer Mappe an der Kunstschule Schäfer und die entsprechende theoretische Ausbildung dort galten an der Fachhochschule und der Universität Münster geradezu als Gütezeichen. Wegen einer wachsenden Erblindung im fortgeschrittenen Alter musste Theo seine Lehrtätigkeit später aufgeben, nicht jedoch sein Schaffen als Bildhauer und Maler, das zu einem erstaunlichen Alterswerk führte. Ein Disputant in Sachen Kunst und Leben und Ewigkeit blieb er bis zum Ende, ein scharfer Beobachter sich wandelnder Wirklichkeiten und unbestechlicher Kommentator von Missständen und Irrtümern blieb er sein Leben lang.

 

 

 

 

Theo Schäfer wurde am 12. Juni 1927 in Herne-Wanne, also im Herzen des Ruhrgebiets, geboren. Das Ruhrgebiet hat sein Denken und Fühlen geprägt. Obwohl er gegen Ende des  Krieges noch eingezogen wurde und greuliche Erinnerungen an den Kessel von Arnheim etwa verinnerlichen und überwinden musste, überstand er diese Zeit und konnte 1947 in Essen-Werden bei Josef van Heekern sein Kunststudium beginnen. Das war ein weiterer Baustein in der Herausbildung der Person Theo Schäfer, später erweitert durch seine Heirat, die Geburt seiner Kinder und seine feste Stellung an der Schule. Theo polarisierte, passte sich nie ohne genaue Prüfung an, war ein streitbarer Vertreter seiner Grundsätze und Vorstellungen. Seinen Respekt musste man sich erarbeiten, bloße Inhalte eines Amtes galt ihm wenig. Theo hatte Zivilcourage und trat für seine Überzeugungen ein und stellte sich an die Seite derer, die er unterdrückt oder verfolgt sah. Die meisten seiner Schüler lauschten ihm mit Faszination, wenn er von den Pelasgern erzählte, Anekdoten über Vasari oder Winkelmann berichtete, wenn er mit Respekt, aber ohne weihevolles Gehabe zu den Großen der Kunst und Kunstgeschichte Stellung bezog. Auch die wenigen Kreativen oder kunsttechnisch Begabten hörten ihm zu. 

 

Man mochte Theo schätzen oder nicht - ein Langweiler war er nie. So blieb er eine ausgeprägte Persönlichkeit mit Ecken und Kanten, eigen und eigenwillig bis zu seinem letzten Tag im Krankenhaus, dem 27. Juli 2017.

 

Peter Nocón

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03.05.2018

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