Bundesbildungsministerin zu Gast auf der Loburg

Schlossgespraeche_Karliczek_04

Mit guter Bildungspolitik für mehr Zusammenhalt in der Gesellschaft“ so lautete das Thema des 7. Loburger Schlossgesprächs, das die Themenfelder Bildung und Pädagogik mit einer klaren Werteorientierung auf das christliche Menschenbild in Verbindung bringen soll. Als Gast konnte am Freitag, 28.03.2019 die Bundesbildungsministerin Anja Karliczek begrüßt werden, die im Gespräch mit Dr. William Middendorf, dem Hauptabteilungsleiter der Schulabteilung im Bistum Münster, wichtige Aspekte der aktuellen Bildungspolitik thematisierte.

 

Was war an einem Freitag in einer Schule naheliegender als die „Fridays for Future“ in den Blick zu nehmen. So sehr die Bundesbildungsministerin auch begrüßt, dass Schülerinnen und Schüler sich gesellschaftlich für Klima- und Umweltschutz engagieren, so rechtfertigt dies ihrer Meinung nach aber dennoch kein systematisches Schuleschwänzen, weil die Schülerinnen und Schüler genauso gut in ihrer Freizeit auf die Straße gehen könnten. Sie sei sich der Tatsache bewusst, dass einige Bildungsminister auf Länderebene dazu eine konträrer Haltung hätten, doch Bildung sei der Schlüssel für gesellschaftliche Wandlungen, wofür der Schulunterricht die Grundlagen liefere. Insofern seien die Pädagogen wichtige Lehrmeister, die mit ihrem Unterricht den Schülerinnen und Schüler methodisch wie fachlich das richtige Instrumentarium mitgeben, um eine neue Generation von Forschern herauszubilden, die sich der Frage des Kampfes gegen den Klimawandel bzw. für eine bessere Umwelt verschreiben.

 

Ein weiterer Komplex, den Anja Karliczek vor einem gut gefüllten Rittersaal, thematisierte, war die Digitalisierung von bzw. in der Schule: Diese verändere nicht nur den Schulalltag, sondern die gesamte Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler. Für die Schulen bedeutet diese Entwicklung ihrer Meinung nach, dass es nicht reiche, das Internet in die Klassenzimmer zu bringen. Vielmehr müsse mit der Vielfalt an Möglichkeiten, die diese Entwicklung mit sich bringt, guter Unterricht gestaltet werden, der die Schülerinnen und Schüler für den Umgang mit digitalen Medien sensibilisiere und deren Chancen erkennen lasse. Verbindliche Regeln für sicheren und fairen Datenaustausch und Vertrauen in den Datenschutz seien ein Qualitätsmerkmal und grundlegende Voraussetzung des gesellschaftlichen Lebens. Dieser Entwicklungsprozess sei insofern auch eine personelle Herausforderung an Schulen, als dafür das Lehrpersonal (weiter)qualifiziert werden müsse.

 

 Auf Dr. Middendorfs Nachfrage erläuterte Bildungsministerin in diesem Zusammenhang den von der Bundesregierung angestoßenen „Digitalpakt Schule“. Die Digitalisierung in den Schulen NRWs, die sowohl von den Schulträgern, als auch vom Land vorangetrieben wird, werde in den nächsten Jahren finanziell durch 5 Milliarden vom Bund unterstützt, um v.a. die nötige technische Ausstattung bereitzustellen. Verzögernd auf diesen Prozess wirke allerdings das Problem des (noch steigenden) Lehrermangels, für dessen Beseitigung sie sich eine bessere Kooperation der Länder wünsche. So kann man ihre Frage „Warum können die Bundesländer bei der Besetzung von Lehrerstellen nicht besser zusammenarbeiten?“ durchaus auch als ein Aufgabenfeld sehen, in dem Frau Kraliczek Entwicklungspotenzial sieht.

 

Da mit den Themenfeldern, die die Bundesbildungsministerin ansprach, auch die Loburger aktuell beschäftigt sind, gab es sowohl Bestärkung auf dem richtigen Weg zu sein, als auch den ein oder anderen konstruktiven Gedanken, der in den Schulalltag einfließen wird.

 

 

Foto: Mit freundlicher Genehmigung von "Rauß Fotografie"

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